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Folgeunterkünfte für Flüchtlinge: DRK kritisiert Entscheidung der Sozialbehörde und fordert Ausschreibungsverfahren

Das Deutsche Rote Kreuz kritisiert die Ankündigung der Sozialbehörde, Folgeunterkünfte für Flüchtlinge in Hamburg nur durch das städtische Unternehmen „Fördern und Wohnen“ (f&w) betreiben lassen zu wollen und fordert die Stadt zur Durchführung von Ausschreibungsverfahren auf.

Wie am vergangenen Wochenende auch der Berichterstattung zu entnehmen war, hatte der Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Jan Pörksen, dem Sozialausschuss der Bürgerschaft mitgeteilt, dass Folgeunterkünfte künftig allein durch das städtische Unternehmen „Fördern & Wohnen“ (f&w) betrieben werden sollen.

„Das Deutsche Rote Kreuz Hamburg steht diesem Entschluss sehr kritisch gegenüber und fordert Ausschreibungsverfahren. Gerade die freien Träger als Akteure der Zivilgesellschaft könnten mit ihren ehrenamtlich Engagierten und ihren zahlreichen Einrichtungen in den Stadtteilen Hamburgs einen wertvollen Beitrag zu einer erfolgreichen Integration der Geflüchteten leisten“, so Dr. Georg Kamp, Vorstand des DRK Landesverbandes Hamburg e. V. Dr. Georg Kamp: „Nur weil sich die Behörde offenbar nicht in der Lage sieht, Ausschreibungen auf den Weg zu bringen, geht man den Weg des geringsten Widerstandes und beauftragt ein städtisches Unternehmen.“

Im Übrigen sei diese Ankündigung nur schwer mit dem Bürgerschaftsantrag vom 12. Juli 2016 (Drucksache 21/5231) der Regierungsparteien in Einklang zu bringen, in dem es heißt: „Der Betrieb von Erstaufnahmeeinrichtungen und Folgeunterkünften soll nicht ausschließlich durch städtische Gesellschaften wie Fördern und Wohnen geschehen. Vielmehr sollten im Rahmen rechtskonformer, möglichst zügiger Vergabeverfahren auch erfahrene und anerkannte Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel ASB, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter oder Malteser, die Möglichkeit erhalten, den Betrieb von Einrichtungen übernehmen zu können.“

Dr. Georg Kamp: „Das Deutsche Rote Kreuz Hamburg hat in den letzten zwei Jahren enorme Anstrengungen unternommen, um die Geflüchteten adäquat zu versorgen. Nicht nur im Rahmen der Nothilfe haben wir es geschafft, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern auch als Betreiber von Notunterkünften war das DRK Hamburg der größte Anbieter nach f&w. Das Rote Kreuz ist aufgrund seines internationalen Netzwerkes der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften die einzige Organisation weltweit, die Flüchtlinge auf allen Stationen ihrer Flucht vom Heimatland über die Fluchtroute bis hin nach Deutschland betreut und versorgt.

Für Rückfragen steht Ihnen die Pressestelle des DRK-Landesverbandes Hamburg gerne zur Verfügung. Telefon: 040/55420-150.

3. April 2017 14:39 Uhr.