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Hamburgs Staatsrat Schulz und DRK-Präsident Rapp besuchten Kinderstadt „Henry Town“

Rund 200 Kinder verwalten jetzt in Hamburg-Lokstedt ihre eigene Stadt – unter anderem mit Rathaus, Postamt, Krankenhaus, vielen Geschäften und eigenem Radiosender. Sogar eine Kirche, buddhistische Pagode sowie Moschee gibt es dort. In der wohl kleinsten Stadt Deutschlands, die auf dem Gelände des Corvey-Gymnasiums aufgebaut wurde, leben die 7 bis 12 Jahre alten Bewohnerinnen und Bewohner noch bis zum kommenden Sonntag nach ihren eigenen Gesetzen. Sie arbeiten unter anderem als Bäcker, Friseur, Kaufmann, Handwerker oder Journalist, sitzen in der Bürgerversammlung und wählen ihren Bürgermeister. Wer keinen Job findet, geht zur Arbeitsagentur und wird extra beraten.

In der kleinsten Stadt Deutschlands ist mächtig was los: Rund 200 Kinder haben sich über Himmelfahrt beim  Einwohnermeldeamt von „Henry Town“ gemeldet und ihren Wohnsitz in die Kinderstadt des Hamburger Jugendrotkreuzes verlegt. Dort leben sie nun bis zum 28. Mai nach ihren eigenen Regeln und Gesetzen. Ihre Eltern bekommen höchstens als „Touristen“ am Abschlusstag Zutritt. In Henry Town genießen die jungen Bewohner im Alter von 7 bis 12 Jahren alle die gleichen Rechte und Chancen. Jede und jeder kann sich einen Beruf suchen und so viel Geld ausgeben, wie er oder sie verdient hat. Und wer arbeitslos wird, kann sich von der Agentur für Arbeit individuell beraten lassen. Denn beim zuständigen „Arbeitsamt“ können sich die Kinder um freie Stellen bemühen: Vom Beamten über Schmuckdesigner und Friseure bis hin zum Geschäftsführer sind in Henry Town viele Berufe im Angebot. So werden auch Radioreporter, Sanitäter, Verkäufer, Reinigungskräfte, Feuerwehrleute und Finanzbeamte händeringend gesucht, um das Alltagsleben in der Kinderstadt des Jugendrotkreuzes Hamburg zu gestalten. Täglich gibt es zudem eine Bürgerversammlung, in der wichtige Gemeinschaftsprobleme angesprochen und Bürgerentscheide nach demokratischen Prinzipien gefällt werden.

Alle Einwohner von Henry Town wählten am ersten Tag auch ihre Bürgermeisterin: die 10 Jahre alte Gwoia Isabella Reinartz vom Helene-Lange-Gymnasium setzte sich gegen viele andere Kandidaten durch. So empfing die Schülerin heute auch in ihrer offiziellen Funktion als Stadtoberhaupt Hamburgs Bildungsstaatsrat Rainer Schulz, DRK-Präsident Wilhelm Rapp sowie den JRK-Landesleiter Sven Damker, die am Vormittag zu Besuch nach Henry Town gekommen waren. „Die Kinder übernehmen Verantwortung für sich und andere. Sie treffen Entscheidungen und tragen die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Sie erleben unmittelbar wie eine richtige Stadt funktioniert. Das finde ich wirklich beeindruckend“, sagte Hamburgs DRK-Präsident Wilhelm Rapp nach dem gemeinsamen Stadtrundgang.

Doch unabhängig davon, wie Gesetze und Entscheidungen auch ausfallen oder ob der gewählte Beruf viel oder wenig Geld einbringt: Hungern und im Freien schlafen muss in Henry Town keiner. Mehr als 150 Helfer verpflegen und betreuen alle Kinder während der vier Tage, sorgen für die Unterbringung und stellen als „Nachtwächter“ sicher: nach einem langen Arbeitstag kehrt mit der „Sperrstunde“ um 22.00 Uhr auch in der kleinsten Stadt Deutschlands Ruhe ein.

Pressestelle DRK Landesverband Hamburg e.V., Telefon 040-55420-150

29. Mai 2017 09:35 Uhr.