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Wiederaufbau nach dem Tsunami: „Spenden zielgerichtet eingesetzt“

Die Hilfsprojekte in Sri Lanka, an denen das Hamburger Rote Kreuz beteiligt war, sind abgeschlossen. Die Spenden haben ihr Ziel erreicht. Ganze Siedlungen wurden durch das DRK neu geschaffen, Wohnhäuser an ihre Besitzer übergeben, Gesundheitsstationen und Krankenhäuser instand gesetzt.

Nachts liegt Dilma noch immer oft wach. Dann sieht die 20-Jährige wieder die Bilder, von der großen Welle, die alles fortreißt: Menschen, Tiere und Häuser. Die schrecklichen Erinnerungen wollen nicht aus ihrem Kopf verschwinden, wie eingebrannt sind die Eindrücke von dem Tsunami, der am Weihnachtstag 2004 ihre Heimat verwüstete. Dilma und ihre Familie konnten sich damals auf eine Anhöhe retten, doch ihr Besitz verschwand innerhalb von Sekunden in den Wassermassen. So wie ihnen ging es vielen in Sri Lanka. Eine Million Menschen waren von jetzt auf gleich obdachlos. Mehr als 30.000, so die Schätzungen, kamen damals in dem Inselstaat ums Leben. Um den Überlebenden zu helfen und eine dauerhafte Perspektive zu schaffen, hat das Rote Kreuz, trotz der bürgerkriegsartigen Verhältnisse, vieles wieder aufgebaut.

Ganze Siedlungen wurden neu geschaffen, Wohnhäuser an ihre Besitzer übergeben, Gesundheitsstationen und Krankenhäuser instand gesetzt. Um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, reinigte und sanierte allein das Deutsche Rote Kreuz mehr als 1600 Brunnen. Zudem verlegte das DRK in Sri Lanka Wasserleitungssysteme, durch die heute rund 20.000 Haushalte versorgt werden können. Schon bald nach der Katastrophe erhielten Fischer neue Boote, Netze und weitere Ausrüstung, um ihnen ihre Existenzgrundlage zurückzugeben. Auch das Hamburger Rote Kreuz hat in Sri Lanka tatkräftig geholfen. In dem kleinen Fischerdorf Mirissa an der Südostküste sanierte es gemeinsam mit dem Belgischen Roten Kreuz  eine Gesundheitsstation, in der sich die Menschen aus der Region nun ambulant behandeln lassen können. Das feuchtwarme Tropenklima hatte in dem mehr als 30 Jahre alten Hospital schon vor der Katastrophe seine Spuren hinterlassen. Der Tsunami gab ihm dann völlig den Rest.  

Das Rote Kreuz baute neu auf und brachte medizinische Geräte, Möbel und Medikamente in das renovierte Gebäude. Das eigentliche Großprojekt aber war der Bau einer ganzen Siedlung in unmittelbarer Nachbarschaft. Hunderte von Wohnungen haben das DRK Hamburg und das Belgische Rote Kreuz errichtet. Die neuen Eigentümer sind mittlerweile eingezogen, auch Dilma und ihre Familie gehören dazu. „Wir haben den Wiederaufbau in Sri Lanka gemeinsam mit den betroffenen Menschen sorgfältig geplant, abgestimmt und umgesetzt. Damit die Hilfe angenommen wird und so auch ankommt“, erklärt der Hamburger Katastrophenschutzbeauftragte, Georg Kamp. „Gerade die vorausschauenden Planungen waren dafür sehr wichtig, damit die Häuser am Ende wegen der im Land geltenden Baugesetze nicht wieder abgerissen werden müssen oder ungenutzt bleiben“. D

er Rotkreuz-Auslandsdelegierte reiste deshalb nach dem Seebeben mehrfach nach Sri Lanka, anfangs um die Lage zu beurteilen und die Hilfe zu koordinieren, später um den Erfolg der Arbeiten zu überwachen. Nun, drei Jahre danach, sind die Hamburger Rotkreuz-Hilfsprojekte in dem asiatischen Land beendet.

Der Wiederaufbau, an dem das DRK Hamburg beteiligt war, ist fertig. Georg Kamp: „Wir haben die Spenden mit großer Sorgfalt zielgerichtet und nachhaltig eingesetzt. Unsere Spezialisten vor Ort haben trotz der großen Beeinträchtigungen und Gefahren, die mit den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Sri Lanka verbunden sind, hervorragende Arbeit geleistet. Darauf können wir stolz sein.“

Rainer Barthel

Bilder aus Sri Lanka

Gesundheitsstation in Mirissa
Säuglingsversorgung im Hospital Mirissa
Dilma mit ihren Kindern